Wittersroda
Im westlichen Teil des Reinstädter Grundes, dort wo sich das Tal verengt, liegt Wittersroda.
1378 als Wytelsrode bekannt, bildet es den Abschluss des Grundes, der kurz hinter Kahla beginnt und sich über 16 Kilometer erstreckt. Der (ehemals kursächsische) Ort, der zur Commende Zwätzen des deutschen Ordens gehörte, wurde 1831 an Weimar abgetreten und damit dem Amte Blankenhain zugewiesen. Auch Wasserfluten schädigten den Ort und die Flur u.a. im März 1709, im August 1719 und im März 1845. Am 21.Oktober 1768 wurde das Dorf zum großen Teil eingeäschert. Danach bauten die Einheimischen auf die andere Seite, weg von der Talsohle an den Rand des höher gelegenen Gemeindewaldes. Damit erklärt sich die etwas ungewöhnliche Lage der Kirche – gegenüber den Häusern. Wittersroda, das durch Rodung entstanden zu sein scheint, wird so ziemlich nach drei Seiten von Wald umgeben, der zahlreiche Pflanzen und Tiere beheimatet. Hier kann man viele Orchideenarten bewundern, Mufflon, Uhu und Fledermaus beobachten oder sich einfach von der unsagbaren Ruhe überwältigen lassen.

Karte Wittersroda ©prima.vista 2009
1885 wurde die Straße Wittersroda – Lengefed gebaut, die 1895 bis zur Hainecke weitergeführt wurde. Im Jahre 1912 wurde der Ort mit Wasserleitungen versorgt und erst 1943 elektrifizierte man das Straßendorf. Bis dahin brannten noch Petroleumlampen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wittersroda dem Amtsgerichtsbezirk Kahla zugewiesen. Heute gehört der Ort zur Einheitsgemeinde Blankenhain und damit zum Kreis Weimarer Land. Mit seinen 45 Einwohnern ist er einer der kleinsten und schönsten Orte der Einheitsgemeinde. Hier kennt jeder jeden, ist füreinander da und hält zusammen.
Verschiedene Traditionen krönen das Jahr. So zum Beispiel die Maifeier am 30. April, das Johannisfeuer am Johannistag – in Zusammenarbeit mit der Studentengemeinde Weimar, der traditionelle Plantanz – der jedes Jahr am ersten Augustwochenende stattfindet und nicht zu vergessen der Flurzug, bei dem es im ganzen Dorf nach Zwiebelkuchen riecht. Feiern können die Wittersrodaer und besonders zum Plantanz treffen sich hier Alt und Jung aus allen Richtungen. Jeder Gast wird von der guten Laune angesteckt und fühlt sich zur Gemeinschaft gehörend …