Geschichte

… des Gasthauses Wittersroda gasthof_alt_gross

Den Anfang einer langen Tradition machte mein Ururgroßvater Bernhardt Thümmig. Er kam als junger Mann aus Rudolstadt in den Dienst nach Wittersroda. Damals wohnte er im Gehöft Nummer 2. Hier lernte er Berta Schachtschabel kennen und vermählte sich wenig später mit ihr. Bernhardt kaufte 1903 das Gehöft Nummer 5, ersteigerte das Schankrecht für den kleinen Ort und eröffnete am 1. Januar 1904 die Gemeindeschenke in Wittersroda. Als erster Gastwirt erhielt er die Auflage, mindestens ein alkoholfreies Getränk auszuschenken. Damals hätte er wohl nicht gedacht, dass die Gäste auch in hundert Jahren in diesem Haus noch ein und aus gehen.

Als seine Tochter Frieda – meine Urgroßmutter – im November 1917 den Zimmermann Paul Axt aus Geunitz heiratete, nutzte Bernhardt Thümmig die Gelegenheit und übergab die damalige Gemeindeschenke an das junge Ehepaar. Er selbst konnte das Geschäft aus finanziellen Gründen nicht weiterführen. So wurde also mein Urgroßvater offizieller Inhaber der Gaststätte. Zur damaligen Zeit war Paul noch als Matrose im Dienste der Marine tätig – kehrte später
zurück und trat seine Arbeit als Zimmermann wieder an. Seine Frau Frieda war somit bereits im zarten Alter von 21 Jahren die Wirtin. Für sie war es eine Lebensaufgabe, ihr Herz gehörte dem Geschäft und ihren Gästen und jeder, der bei ihr ein und aus ging, fühlte sich wohl. Sie war unverwüstlich und egal wie spät es war, sie öffnete jedem und jeder Zeit die Tür. Wer sie kannte weiß, dass sie die geborene Wirtin war und auch selber gerne mal ein Schnäpschen trank.

In den 20er Jahren quartierten sich hier im kleinen Haus am Wald die ersten Feriengäste ein. 1926 wurde ein neues Wohnhaus gebaut, in dem sich dann auch die Gaststube befand. Das alte Haus wurde fast vollständig abgerissen und an diese Stelle setzte man 1965 einen Saal, der in den darauffolgenden Jahren für verschiedene Veranstaltungen genutzt wurde. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere unter Ihnen noch an eine Feier im Hause Axt und kann uns davon berichten. Der traditionelle Plantanz, der jedes Jahr auf dem Hof unter der Linde gefeiert wurde und jung und alt aus allen Richtungen anzog, ist gewiss vielen noch in Erinnerung. Anfang der 80er Jahre ist diese Tradition aus gesundheitlichen Gründen der Wirtsleute – Frieda und ihrem Sohn Rudi Axt leider eingeschlafen. Seit ein paar Jahren gibt es ihn aber wieder – den Plantanz unter der Kastanie.

Zahlreiche Jahre war und ist die Gaststätte Zentrum des kleinen Ortes. Nicht nur als gastronomische Einrichtung sondern auch als Post- und Telefonstelle, Eierannahme und in den Wintermonaten sogar als Kirchraum. Neben den Jägern des Reinstädter Grundes, dem Männergesangsverein Reinstädt, Blankenhainer Geschäftsleuten, Urlaubern des ehemaligen IHB – Ferienheimes Pfarrkeßlar und früheren LPG-Mitgliedern war das Gasthaus Wittersroda schon immer Treffpunkt für Skatfreunde, zahlreiche Wanderer und natürlich auch Einheimische.

  • Gasthaus Wittersroda

    Am Reinstädter Bach 5 · OT Wittersroda · 99444 Blankenhain

    Telefon: +49.(0)36422.20261 · Telefax: +49.(0)36422.20262

    · Start · Angebot · Kontakt · Impressum ·

    © 2009 – 2012 Gasthaus Wittersroda